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WASHLET® and me
WASHLET RW matt weiß

Wenn wir heute an Japan denken, kommen uns neben leuchtenden Metropolen und Kirschblüten sofort auch hochmoderne Hightech-Toiletten in den Sinn. Japan ist heute weltweit für seine fortschrittliche Toilettentechnik berühmt. Doch wie wurde aus dem simplen stillen Örtchen eine Wohlfühloase?

Die Geschichte der Toilette in Japan ähnelt europäischen Entwicklungen, spiegelt aber ganz eigene technische, hygienische und kulturelle Meilensteine wider.

Die frühesten Spuren: Yayoi- und Nara-Zeit

 

Bereits in der Yayoi-Zeit (ca. 300 v. Chr. bis 250 n. Chr.) gab es in größeren japanischen Siedlungen einfache Kanalisationssysteme, die höchstwahrscheinlich bereits mit Toiletten verbunden waren. In der Nara-Zeit (710–784) entstanden in der Hauptstadt dann erste Entwässerungssysteme mit 10 bis 15 cm breiten Rinnsalen, über die man sich in der Hocke positionierte, um Wassertoiletten zu nutzen. Parallel dazu existierten Überbauten über offenen Gruben – die frühen Formen des „Plumpsklos“. Zur Reinigung nutzte man damals noch keinen weichen Zellstoff, sondern zunächst Seetang und später Holzstäbchen (chūgi), von denen einige bis heute archäologisch erhalten sind.

WASHLET® RW in a bathroom environment

Die Edo-Zeit: Holzhäuschen und eine lukrative „Kot-Ökonomie“

 

Ein großer Wandel vollzog sich in der Edo-Zeit (1603–1868). Man verrichtete sein Geschäft nun häufig in schlichten Holzhäuschen über Latrinengruben. Das Besondere an dieser Epoche war der ökonomische Wert der Exkremente: Sie wurden systematisch gesammelt und als Dünger in der Landwirtschaft genutzt. Diese Praxis trug dazu bei, dass in Japan, im Vergleich zu Europa, relativ hohe Hygienestandards herrschten. Auch die persönliche Hygiene wurde sanfter, da sich Toilettenpapier aus traditionellem Washi-Papier durchsetzte, wenngleich in Bergregionen Holzschaber und Blätter in Gebrauch blieben.

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Der Weg zur modernen Kanalisation und Sitztoilette

 

Die moderne städtische Kanalisation begann im Jahr 1884 mit einer ersten gemauerten Strecke im Tokioter Stadtteil Kanda. Nach dem verheerenden Großen Kantō-Erdbeben 1923 wurde der Ausbau massiv vorangetrieben, um die Seuchengefahr zu verringern. Als im frühen 20. Jahrhundert die ersten westlichen Sitztoiletten und Urinale in Japan auftauchten, blieben sie zunächst in der Minderheit. Erst während der US-Besatzungszeit nach 1945 verbreiteten sie sich stärker. Das Jahr 1977 markierte schließlich einen Wendepunkt in der Alltagskultur: Erstmals überstieg der Absatz westlicher Sitztoiletten den der traditionellen Hocktoiletten.

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Die Revolution: Die Geburtsstunde des modernen Dusch-WCs 

 

Ein entscheidender Grundstein hierfür wurde bereits 1917 gelegt, als Kazuchika Okura nach seinen Reisen in den Westen die Firma Tōyō Tōki (heute TOTO) gründete und begann, westliche Keramik-Toiletten im Inland zu etablieren. Der technologische Durchbruch geschah jedoch im Jahr 1980. TOTO brachte in diesem Jahr das erste „WASHLET“ auf den Markt – eine revolutionäre Kombination aus Toilette und Bidet mit Warmwasserstrahl. Damit begann das Zeitalter der Hightech-Toiletten.

 

Diese modernen Dusch-WCs von TOTO, unter dem Markennamen WASHLET bekannt, revolutionierten die persönliche Hygiene völlig. Nach und nach wurden die WASHLET technisch immer ausgereifter und mit weiteren Komfort- und Hygienefunktionen versehen, wie etwa Geruchsfilter, Trockner, beheizter Sitz, PREMIST oder EWATER+.

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Der Siegeszug des Dusch-WCs war nicht mehr aufzuhalten. Die Begeisterung wuchs so rasant, dass heutzutage 75% der privaten Haushalte über ein Dusch-WC verfügen. In Japan gibt es Dusch-WCs auch im öffentlichen Raum. Sie sind Standard in öffentlichen Toiletten, in den Flugzeugen der japanischen Airlines, im Schnellzug Shinkansen und in den meisten Hotels. Heute ist die Toilette von einem reinen Notwendigkeitsraum zu einem Ort der Komfort-Technologie und des Hygienebewusstseins geworden, der international als typisch japanische Innovation bewundert wird und in den letzten Jahren immer mehr in deutschen Badezimmern Einzug hält.

Anja Giersiepen

Ein Artikel von

Anja Giersiepen

Senior Managerin Marketing

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28.01.2026

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