Marke & Wissenswertes
|18.03.2026
Inklusion, Sicherheit und Sauberkeit. Drei Begriffe, die bei der Gestaltung der Toiletten von Nao Tamura in Higashi Sanchome und Marc Newson in Urasando eine große Rolle spielten, doch unterschiedlicher nicht hätten umgesetzt werden können. Erhalte hier einen kleinen Einblick in die Hintergründe des Designs der öffentlichen Toiletten.
Die Toilette ist ein Ort, an dem wir körperliche Bedürfnisse ansprechen, die für alle Menschen gelten, unabhängig von Alter, sexueller Identität, Nationalität, Religion oder Hautfarbe. Wie kann sich ein gemeinschaftlicher Raum wie die öffentliche Toilette im Zeitalter des wachsenden Bewusstseins weiterentwickeln, um unsere unendlich vielfältigen Bedürfnisse effektiv zu befriedigen?
Da Nao Tamura in New York lebt, hatte sie das Privileg, mitzuerleben, wie die LGBTQ+-Gemeinschaft im Einklang mit ihrer sexuellen Identität lebt. Als sie die öffentliche Toilette für ein kleines dreieckiges Grundstück in Shibuya entwarf, stellte sie sich eine Gesellschaft vor, die die LGBTQ+-Gemeinschaft willkommen heißt und ihnen Raum gibt. Ihr wurde klar, dass das, was allen eine angenehme Erfahrung ermöglicht, letztlich auf Sicherheit, Privatsphäre und Dringlichkeit hinausläuft. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf gestaltete sie drei separate Räume, die die Art und Weise, wie eine öffentliche Toilette den persönlichen Raum formt, neu definieren.
Als sie den Ort, an dem die Toilette stehen sollte, zum ersten Mal sah, dachte sie an eine kleine dreieckige Lücke mitten in der Stadt. Für diesen kleinen dreieckigen Raum hat sie sich von Origata inspirieren lassen, einer traditionellen japanischen Methode zum Falten von Papier, die auch die Grundlage des Origami ist, und beschlossen, einen geometrischen Raum zu schaffen, der wie gefaltetes Papier aussieht.
Ein in gefaltetes Papier eingewickeltes Geschenk zu überreichen, gilt als rein und höflich und vermittelt ein Gefühl des Respekts. Nao Tamura wollte, dass die Toilette ein Ort ist, der ebenfalls rein und zuvorkommend ist, mit gegenseitigem Respekt. Damit sich der Raum wie ein Origata anfühlt, verwendete sie für die Wände und die Decke dünne Metallplatten, die wie gefaltetes Papier aussehen, wobei sie sich bemühte, das Gefühl der physischen Dicke zu vermeiden.
Rot ist eine Farbe, die in einer verwirrenden Umgebung deutlich macht, wo sich die Toilette befindet, und die auch Menschen warnt, die unter psychischem Stress stehen könnten. Nao Tamura ist sich sicher, dass viele Menschen Angst oder Stress empfinden, wenn sie nachts oder wenn keine Menschen in der Nähe sind, eine öffentliche Toilette benutzen. Leider sind Toiletten auch Orte, an denen Verbrechen begangen werden. Sicherheit und Privatsphäre sind die wichtigsten Aspekte einer öffentlichen Toilette. Nao Tamura hofft, dass die rote Farbe impulsive Verbrechen verhindert und den Menschen, die die Toilette benutzen, ein gutes Gefühl gibt.
Für Marc Newson ist das Tokyo Toilet Project ein großartiges Projekt. Er ist sich sicher, dass viele Menschen – Japaner wie Nicht-Japaner – hier zum ersten Mal eine öffentliche Toilette benutzen wollen. Es mag sogar Leute geben, die THE TOKYO TOILET besuchen, weil sie mehr über die Kultur der Architektur und des Designs erfahren wollen. Er glaubt, dass dieses Projekt nicht nur den Stellenwert der öffentlichen Toiletten erhöht, sondern auch für Shibuya von großer Bedeutung ist.
Die Standortbedingungen für die öffentliche Toilette in Urasando waren komplex. Die Topographie ist uneben, und die Shuto-Schnellstraße verläuft oberhalb. Die Notwendigkeit, alle Funktionen in einem relativ kleinen Raum unterzubringen und ihn für einen begrenzten, aber klaren Zweck zu nutzen, ähnelt tatsächlich einem Produkt. Die Konzentration technologischer Elemente auf dem Raum einer öffentlichen Toilette ähnelt ebenfalls dem Industriedesign. Newson hat viele Flugzeugkabinen entworfen, und das Design einer öffentlichen Toilette ähnelt in gewisser Weise dem einer Flugzeugkabine.
Das kupferne Minoko-Dach und andere im Konzept beschriebene Elemente verweisen auf die traditionelle japanische Architektur, die Newson durch seine langjährige enge Beziehung zu Japan und die Projekte, an denen er in Japan beteiligt war, sehr inspiriert hat. Das Kupferdach ist eine der handwerklichen Techniken, die er in Japan oft bewundert hat. Er verwendete es, um einen Ort zu schaffen, der im Laufe der Zeit immer attraktiver wird. Der Charakter wird mit zunehmendem Alter verstärkt, und nach langer Zeit wird es wie ein kleines Denkmal aussehen. Auch die Steinmauer verweist auf die traditionelle Außenarchitektur, und er denkt, dass sie sich mit der Zeit sehr gut in das industrielle Design des Innenraums einfügen wird. Das helle Innere ist nahtlos und hygienisch in einem monochromen Grün gehalten, einer der Lieblingsfarben Newsons.
Was die Außenmaterialien anbelangt, so wählt Newson Beton als ein typisch japanisches Material. Beton wird heute in Japan auf sehr raffinierte Weise verbaut. In den Gebäuden der Stadt wird er mit wunderbaren Eigenschaften verwendet. Das ist in Japan im Vergleich zu anderen Ländern einzigartig und ideal. Die Hauptstruktur besteht aus Beton, um an diesem Ort einen dauerhaften Raum zu schaffen, der gleichzeitig mit der Umgebung verschmilzt, und Newson ist der Meinung, dass dieses Material ein Teil der zeitgenössischen Landschaft Japans werden wird.
Marc Newson ist überzeugt, dass ein Projekt wie The Tokyo Toilet heute nur in Tokio, in Japan, realisiert werden kann.
Und was meinst Du?
( 0 Kommentare )
WIR FREUEN UNS AUF DEINEN KOMMENTAR!